junge schreit in retro Mikrofon

Mikrofone – Crashkurs

Es gibt viele verschiedene Arten von Mikrofonen. Sie unterscheiden sich in ihrem Aufbau, Klang und Verwendungsbereich. Doch für welchen Anlass benötige ich welches? Wir geben euch einen kurzen Crash-Kurs in der Mikrofonlehre und zeigen euch die Grundlegendsten Dinge, die du über ein Mikrofon wissen solltest.

 

Dynamisches Mikrofondynamisches Mikrofon, Tauchspulmikrofon

Hier hat der Bergriff „dynamisch“ nichts mit dem besonders windschnittigen Design des Mikrofons zutun, sondern vielmehr mit seinem Klang. Die Dynamik bezieht sich, ähnlich wie bei einem Fahrraddynamo, auf den Elektromagnetismus. Im Gegensatz zum Dynamo jedoch wandelt das dynamische Mikrofon nicht kinetische Energie, sondern Schall in ein elektrisches Signal um. Die häufigsten Vertreter des dynamischen Mikrofons sind die Tauchspulmikrofone. Sie sind vor allem, aufgrund ihrer robusten Bauweise, bei Live-Auftritten auf Bühnen etc. in Gebrauch. Dazu kommt, dass sie keine externe Stromzufuhr benötigen, was sie recht Ausfallsicher macht.

Jedoch leidet die Qualität des Mikrofons ein wenig unter dem Einbau, der vergleichsweise schweren, Schwingspule. (leichter Hall bei der Aufnahme, da die Spule recht träge ist und nachschwingt)

Vorteile: physische Robustheit, vertragen auch hohen Schalldruck, Richtcharakteristik normalerweise Niere oder Hyperniere.

Nachteile: Durch das Gewicht der Spule zuweilen etwas träge, insbesondere die Höhenwiedergabe kann etwas bedeckt klingen.

 

 

Kondensator-Mikrofone

Kondensatormikrofon, Kondensator Mikrofon

Kondensator Mikrofone spielen qualitativ in der obersten Liga. Durch ihren filigranen Aufbau, ist es  möglich die feinsten klanglichen Details einzufangen. Deshalb und aufgrund des stolzen Preises, werden die Mikrofone hauptsächlich im Studio und generell ruhigerem Metier verwendet. Für eine Aktion geladene Bühnen Performance sind die Mikrofone schlichtweg nicht robust genug. 

Vorteile: Spitzenreiter in der Tonqualität,

Nachteile: recht fragil

 

 

Lavaliermikrofon

Lavaliermikrofon, Ansteckmikrofon

Ansteckmikrofon

Sich schonmal gefragt, wie die Herrschaften aus dem Fernsehen ihren Ton so gut aufzeichnen, ohne dass der Moderator, oder seine Gäste ein klobiges Mikrofon in der Hand halten?

Das Lavalier Mikrofon ist des Rätsels Lösung. Durch seine geringe Göße, kann das Mikrofon, gut versteckt/dezent platziert, an der Klamotte des Sprechers angebracht werden. Daher auch besser bekannt, als Ansteckmikrofon. Die Technik der, der Kondensator Mikrofone, wodurch selbst feinste Geräusche sauber aufgezeichnet werden können. Gerade deshalb braucht das Lavalier Mikrofon ein Rausch reduzierendes Gehäuse, welches die Reibung an Haut oder Textilien unterdrückt. Früher kamen Lavalier Mikrofone überwiegend in der Videoproduktion zum Einsatz. Mit steigender Popularität von YouTube & Co. erreichen Lavalier Mikrofone jedoch immer mehr die Privathaushalte.

Vorteile: hochwertige Tonaufzeichnung, sehr dezent/ leicht zu verstecken

Nachteile: durch die Kondensator Technologie nicht all zu robust

Richtmikrofon/ Shotgunmikrofon

Richtmikrofon, Shotgunmikrofon

In vielen Fällen, vor allem in der Videobranche, ist es nicht möglich das Mikrofon nah genug an der Schallquelle, ohne dass es sichtbar ist, zu positionieren. In solchen Situationen wird das Mikrofon meist auf die Kamera selber geschnallt, oder per Tonangel so nah wie möglich ans Geschehen herangeführt. Dadurch entsteht meist ein so großer Abstand zwischen Mikro und Tonquelle, dass selbst ein Mikrofon mit Hypernieren-Charakteristik die gewünschte Quelle von Nebengeräuschen trennen kann. Das Richtrohrmikrofon oder kurz Richtmikrofon wurde speziell für derartige Situationen konzipiert. Durch ihre extreme Richtwirkung kann es gezielt den Schall der „anvisierten“ Quelle aufzeichnen und lästige Nebengeräusche komplett ausblenden.

Vorteile: präzise Tonaufnahmen über größere Distanz, ohne Störgeräusche

Nachteile: begrenztes Operationsfeld

 

 

Richtcharakteristik

Der Aufbau eines Mikrofons beeinflusst auch den Aufnahmebereich von Schallwellen.

Das heißt es existiert ein definierter Bereich, in dem das Mikrofon die Schallwellen in elektrische Spannung umwandeln kann. Treffen die Schallwellen ausserhalb diesen Bereiches, so nimmt das Mikrofon diese nicht war und sie werden nicht aufgezeichnet. Dieser Bereich wird Richtcharakteristik genannt und in einem sogenannten Polardiagramm aufgezeigt.

Das Polardiagramm zeigt die Aufnahmeempfindlichkei im 360°-Raum an.

 

 

Ein Mikrofon mit Kugelcharakteristik nimmt den Schall aus allen Richtungen gleichmäßig auf. Praktisch für z.B. räumliche Aufzeichnungen

 

 

Die Nierencharakteristik ist die wohl am häufigsten verwendete. Ihr Aufnahmebereich konzentriert sich tendenziell nach vorn und dämpft so Geräusche von hinten ab. Sie ist ein Allrounder, wird aber vor allem bei Sprechmikrofonen verwendet. Es gibt noch weitere Variationen wie die Superniere, oder die breite Niere. Diese Beschreiben dann leichte Abänderungen des Aufnahmebereiches.

 

 

Die Keulencharakteristik beschreibt einen sehr gerichteten Aufnahmebereich. Daher werden solche Mikrofone in Bereichen verwendet, in der eine gezielte Schallquelle aufgenommen werden soll. Hauptsächlich bei Richtmikrofonen verwendet.

 

 

Bei der Achter- Charakteristik werden die seitlich auftreffenden Schallquellen gleichmäßig gedämpft. Somit findet die Aufnahme vorne und hinten mit gleicher Intensität statt. Ideal für Aufnahmen eines Duetts, oder Interviews.