Sotto il Vesuvio
„Sotto il Vesuvio“ ist ein Passion Project wie bisher kein anderes: Als Porträt einer Stadt fängt der 16mm Film das leuchtende Lebensgefühl und den einzigartigen Rhythmus Neapels und seiner Bewohner:innen ein. Die alles verbindende Liebe zum Fußball ist Ausgangspunkt des Films und die Dreharbeiten im Napoli-Trikot unter der kreativen Leitung von Director Kevin Koch und DOP Anian Krone waren eine unserer bisher krassesten Erfahrungen.
Forza Napoli!
Wer schon einmal in Neapel war, weiß: Die Stadt ist eine einzige Reizüberflutung – Menschenmaßen, Motorenlärm, Geschrei und Getümmel – und dann aber doch die Ruhe und das Meer zwischendurch und mittendrin. Der Vesuv brodelt vor sich hin, Neapel macht mit.
Dieses elektrisierende Gefühl hat „Sotto il Vesuvio“ eingefangen: In den Tagen vor, während und nach der italienischen Fußballmeisterschaft bewegt sich unser Team durch die Stadt und verschwindet im Beben. InterMailand gegen den SSC Napoli, ein Heimspiel in der Stadt Maradonas, dessen Blick uns an fast jeder Mauer verfolgt.

“Wir hatten verdammt viel Glück”, erinnert sich DOP Anian. Der SSC Napoli siegt in jener Nacht und was folgt, zieht unser Team in Bann, „die Stimmung nach Abpfiff war krank. Die Menschen hier vergöttern Fußball, wie wir das noch nie erlebt haben“ erzählt Director Kevin. Dabei geht es ihm und dem Film doch schlußendlich gar nicht um den Sport?
Fußball markiert den Start dieser Reise, die „Sotto il Vesuvio“ aber viel weiter und tiefer führt: Ins Herz Neapels und seiner Bewohner:innen. „Das haben wir eigentlich gesucht: das Gemeinschaftsgefühl, die Zusammengehörigkeit, diese gemeinsam erlebte Ekstase“, erklärt Kevin Koch. „Fußball ist das Tor zu dieser Stimmung, deswegen war unser Timing so perfekt“.

Besondere Stadt, besondere Herausforderungen.
Dokumentarisch zu arbeiten, erfordert immer ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit. Das haben wir in Neapel nochmal besonders gemerkt und die Menschenmassen, die vor allem am Tag des Finalspiels ganz Neapel füllten, zwangen uns, kreativ zu werden. A little detail did the trick: Ausgestattet mit FC Napoli Trikots waren wir auf einmal Fans wie alle anderen und wurden auch wie solche behandelt. Der Autokorso nach dem Sieg zeigte das: Vom fahrenden Roller aus filmend wurden wir Teil der Masse, statt wie Außenstehende auf die Randlinien des Geschehens verwiesen zu werden.
Trotzdem erfordert es eine ordentliche Portion Mut mit empfindlichen Equipment mittendrin zu sein. Zudem standen pro Drehtag oft mehrere Locations auf dem Plan, das Team durfte also auch nicht allzu viel Zeit verlieren. Konzentration, Mobilität und ein gewisser Speed standen also im Fokus dieses Drehs.
Ebenfalls essentiell für den Erfolg von „Sotto il Vesuvio“: Sprachliche, nicht nur optische Anpassung. “Ohne Fixer, der dolmetschen kann und die Leute, die du im Film zeigen willst, anspricht, bist du aufgeschmissen“, fasst Kevin zusammen.

Analog als Chance?
Dazu kommt: Das war ein Dreh auf 16mm. Es ist nicht unendlich viel Film verfügbar, also muss man ständig abwägen, was man dreht und was nicht. Man kann nicht einfach drauf losschießen, sondern muss sich oft on-the-spot fragen: Was ist interessant für den Film? Was braucht man nicht zwingend? “Man muss eine klare Vorstellung vom finalen Film vor Augen haben“, erklärt Anian. Das hilft aber auch, sich im Dschungel der neapolitanischen Reizüberflutung zurechtzufinden, gibt einem einen Weg vor und schafft Klarheit!
Trotzdem muss Anian lachen zugeben: “Es ist immer noch mehr Film auf der Rolle als man denkt.”
Ein Film mit Herz. Ein Film für urbanuncut.
Regisseur Kevin gibt zu, „Ich hatte anfangs schon Bedenken, ist das überhaupt ein Werbefilm? Ist das was für urbanuncut? Es gibt keine Effekthascherei. Aber dann habe ich gemerkt, darum geht es überhaupt nicht: Es ist ein Film mit Herz.“ Für uns ist das mehr wert, als jeder Special Effect. 16mm? Neapel? Natürlich waren wir direkt dabei. Und haben es seither kein einziges Mal bereut. Kevin, Anian, danke für euer Vertrauen und eure Vision! We’d do it again in a heartbeat.
Neugierig geworden? Hier geht’s zum Film auf Nowness.


